Minah bester Deutscher, Behrenbruch und Abele in Lauerstellung
31. Mai 2008

Die Vorstellung der Top-10 vor dem 100-Meter-Start in Götzis (Foto: Frank Müller).
Bei der ersten Olympia-Qualifkation der deutschen Zehnkämpfer im österreichischen Götzis führt der Göttinger Jacob Minah zur "Halbzeit" nicht unerwartet die "interne" Wertung an. Der Studentenweltmeister sammelte auch dank guter 10,77 Sekunden zum Auftakt über 100 Meter und 48,05 Sekunden über 400 Meter zum Abschluss des ersten Tages 4237 Zähler und liegt als Fünfter knapp vor dem Frankfurter Pascal Behrenbruch (6./4229).
Während Arthur Abele als drittbester deutscher Mehrkämpfer 4109 Punkte sammelte (Rang zehn), lief es für André Niklaus von Beginn an nicht rund. Nach für ihn enttäuschenden 50,16 Sekunden über 400 Meter fand er sich mit 3954 Punkten vorerst auf Rang 16 wieder. Schon früh aus dem Rennen um die Olympia-Tickets war nach drei ungültigen Versuchen im Weitsprung Norman Müller. Der Hallenser setzte den Wettkampf dennoch fort und meinte: "Trotz des ,Salto nullo' habe ich gesehen, wozu ich in der Lage bin. Ich bin sehr optimistisch, dass ich mich in Ratingen noch für Olympia qualifzieren kann." Ratingen bedeutet für Deutschlands Zehnkampf-Asse am 21./22. Juni die letzte Chance auf die Olympiateilnahme.
Claus Marek zog nach dem ersten Tag entsprechend eine durchwachsene Bilanz. "Dass Jacob gut drauf ist, war allen klar. Allerdings ist bei ihm immer die Frage, wie er in den zweiten Tag kommt. Deshalb sehe ich eventuell leichte Vorteile bei Pascal, der am zweiten Tag gerade in den Wurfdisziplinen mächtig punkten kann", meinte der Teammanager Zehnkampf im DLV. Auch der letztjährige Ratingen-Sieger Arthur Abele "ist auf einem guten Weg. Er ist eine Kämpfernatur und kann beißen. Mit ihm muss man immer rechnen, auch wenn die anderen über 100 Punkte enteilt sind", so Marek. "Falsch gewachst" hatte nach Ansicht des früheren Olympiateilnehmers Andre Niklaus: "Auch solche Wettkämpfe gibt es, wo du merkst, du kommst einfach nicht in die richtige Erfolgsspur." 11,24 Sekunden über 100 Meter folgten 7,24 Meter im Weitsprung, mäßige 13,41 Meter mit der Kugel und 1,97 Meter im Hochsprung.
Deutlich besser lief es für Jacob Minah, der nach seiner guten 100-m-Zeit zwar "nur" 7,36 Meter weit sprang, dann aber mit 14,26 Meter eine Bestleistung im Kugelstoßen folgen ließ und anschließend mit 1,97 Meter nur knapp unter seinem "Hausrekord" blieb. Bester deutscher Zehnkämpfer im Hochsprung war Pascal Behrenbruch mit 2,03 Meter, nachdem er zuvor mit 16,58 Meter im Kugelstoßen die beste Weite aller 22 Teilnehmer erzielt hatte. "Pascal hat mich schon sehr positiv überrascht. Er macht vor allen Dingen einen sehr stabilen Eindruck", so Marek. Die Probleme im Leistenbereich hat der U23-EM-Vize-Europameister offenbar bestens überstanden. Von der Spitze trennen Minah und Behrenbruch knapp 150 Zähler. Die Führungsposition hat vorerst Dmitri Karpow aus Kasachstan (4382) vor dem Russen Alexej Drosdow (4315) übenommen.














