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Alle Deutschen unter den Top-12 nach dem ersten Tag

30. Mai 2009


Gewinnt mit seinem ersten 8-Meter-Sprung die Patronanz in Götzis: Michael Schrader (Foto: Frank Müller)


 

Gewinnt mit seinem ersten 8-Meter-Sprung die Patronanz in Götzis: Michael Schrader (Foto: Frank Müller)

 

Deutschlands Top-Zehnkämpfer mischen im Mehrkampf-Mekka Götzis nach dem ersten Tag noch kräftig mit - und zwei aus dem Quartett können zur "Halbzeit" ein wenig vom WM-Ticket träumen. Während der Olympia-Zehnte Michael Schrader als Dritter mit 4341 Punkten sowie Norman Müller als Sechster mit 4241 Zählern auf neue "Hausrekorde" zusteuerten, erlaubte sich Pascal Behrenbruch (12./4153) einen kleinen Durchhänger im Hochsprung. Jacob Minah, vorerst auf Platz acht (4222) war unterdessen auf dem besten Weg zum nächsten 8000er in seiner Karriere.

"Alle vier haben einen Top-Start hingelegt und die Erwartungen erfüllt. Beim Hochsprung gab es dann die Zitterpartie mit Wadenkrämpfen bei Michael und die Anlaufungenauigkeit bei Pascal. Insgesamt kann man zufrieden sein. Allerdings mussten Michael und Norman dem guten Auftakt etwas Tribut zollen und sind entsprechend über 400 m hinter den selbst gesteckten Zielen zurückgeblieben", meinte Claus Marek, Teamleiter Zehnkampf im DLV. "Michael hatte schon im Starblock wieder Wadenkrämpfe und Norman ist bei dem starken Gegenwind auf den ersten 200 Meter zu schnell angegangen.

In Abwesenheit der noch angeschlagenen André Niklaus und Arthur Abele kamen Deutschlands Top-Mehrkämpfer gut aus den Startblöcken, wobei Michael Schrader besser denn je in den Wettkampf fand. Nach Bestleistung über 100 Meter in 10,64 Sekunden nutzte er den günstigen Rückenwind, um nach Frank Busemann und Torsten Voss, seinem jetzigen Coach, als dritter deutscher Zehnkämpfer in der Geschichte über die 8-m-Marke zu fliegen (8,05 Meter). Anschließend knackte er dann mit 14,33 Meter auch erstmals die 14-m-Marke im Kugelstoßen und lag nach drei Disziplinen auf Rang zwei. "Ich habe vorher gesagt, ich mache mir keinen Druck und lasse alles auf mich zukommen. Ich wusste ja, dass ich etwas drauf habe, konnte nach den kleinen Verletzungsproblemen im Winter aber natürlich nicht abschätzen, wohin das führt", meinte der 21-Jährige nach seinem perfekten Auftakt. Doch dann folgte die Schrecksekunde beim Hochsprung. "Gleich bei der Anfangshöhe von 1,88 Meter hat Michael ständig Krämpfe bekommen. Angesichts dieses Umstandes ist seine Leistung klasse", meinte Marek. Für alle sichtbar machten Schrader die Krämpfe aber auch noch beim 400-m-Lauf (49,71 s) zu schaffen. Den deutschen Juniorenmeister von 2007 trennten nach fünf Disziplinen 119 Punkte von Platz eins, den der Ukrainer Olexsej Kasjanow (4461) vor Tree Hardee (USA/4391) eingenommen hatte. 

Auch der Hallenser Norman Müller ließ seinen Ankündigungen im Vorfeld ("Ich gehe volle Pulle!") mit 10,93 Sekunden über 100 Meter, 7,42 Meter, 15,02 Meter und 2,00 Meter im Hochsprung Taten folgen und lag frühzeitig auf Kurs Bestleistung, die mit 8255 Zählern aus dem Jahr 2007 datiert. Kaum schlechter machte es zunächst Pascal Behrenbruch. Der Zweite der U23-EM von 2007 sprintete 10,88 Sekunden, landete bei 7,07 Meter und war bester Kugelstoßer des Feldes mit 16,37 Meter, was ihm zwischenzeitlich Platz fünf einbrachte. Danach machten ihm allerdings Anlaufprobleme im Hochsprung zu schaffen, sodass er bei 1,88 Meter hängen blieb, den ersten Tag dann aber mit zufrieden stellenden 48,93 Sekunden beendete.

Jacob Minah, Studentenweltmeister von 2007, blieb mit 10,79 Sekunden im 100-m-Lauf, 7,45 Meter im Hochsprung und 13,71 Meter im Kugelstoßen im Soll. Auch seine 1,97 Meter im Hochsprung und 48,09 Sekunden über 400 Meter rundeten eine gute "erste Halbzeit" ab.

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