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Paul Meier: "An der Tür zur Weltklasse angekommen"

02. September 2007

Das Team in Osaka: André Niklaus, Arthur Abele und Norman Müller (v.l.; Foto: Iris)
Das Team in Osaka: André Niklaus, Arthur Abele und Norman Müller (v.l.; Foto: Iris)
TEAM-Präsident Paul Meier zieht vor seinen "Nachfolgern" den Hut: "Die Jungens haben ungeachtet des Missgeschicks von Norman eine tolle WM hingelegt. Man muss auch einmal die komplette Saison mit ins Blickfeld nehmen, wo sich drei Athleten im Bereich zwischen 8200 und 8400 Punkten festgesetzt haben. Wir sind an der Tür zur Weltklasse angekommen!"

 

Der WM-Dritte von 1993 ergänzt aber direkt: "Um durch diese Tür hindurch gehen zu können, müssen wir neue Potenziale erschließen. Für mich liegt der Schlüssel zum Erfolg dabei im Schnelligkeitsbereich. Wenn wir hier konsequent arbeiten, sind auch die gut 200 Punkte, die uns diesmal von einem Medaillenrang getrennt haben, aufzuholen. Bei allen unseren Top-Leuten sind diese Potenziale noch nicht ausgereizt." Und auch TEAM-Manager Claus Marek versprühte trotz knapp verpasster Zielvorgabe Optimismus: "Ich schließe mich den Worten von André an. Die WM hat gezeigt, dass die Welt zusammenrückt und dass wir in der Lage sind, zukünftig in Medaillenränge vorzustoßen. Das vorher erklärte Ziel, dass die Drei am Ende unter den besten Zehn stehen, konnte leider nicht realisiert werden", fasste der ehemalige Olympia-Teilnehmer die beiden WM-Tage knapp zusammen.  

Beim Sieg von Tschechiens Weltrekordler Roman Sebrle, der mit 8676 Punkte erstmals in seiner langen Laufbahn WM-Gold kassierte und dabei vor Maurice Smith aus Jamaika (8644) und dem Kasachen Dimitri Karpow (8586 Punkte) triumphierte, erfüllte Hallen-Weltmeister Andre Niklaus als Fünfter mit 8371 Punkten seine Mission "persönliche Bestleistung". Während der 9. Platz von Arthur Abele mit 8243 Punkten laut Marek "erklärtes Ziel" war, trübte die Freude nur, dass Norman Müller nach einem "salto nullo" bei der Anfangshöhe von 4,60 m im Stabhochsprung die große Chance auf eine Top Ten-Platzierung frühzeitig verspielt hatte. "Es ist müßig darüber nachzudenken, dass die Leistungen von Norman am zweiten Tag mit einem für ihn normalen Stabhochsprungergebnis von 4,80 m eine Punktzahl von rund 8200 Punkten gebracht und Platz 10 bedeutet hätte", so Marek, und weiter: "Wir müssen im Nachgang gemeinsam mit Norman und Trainer Wolfgang Kühne ergründen, warum es zum Leistungsabfall über 110 m Hürden und beim Diskus kam und was dazu beigetragen hat, dass Norman nicht in der Lage war, die Anfangshöhe im Stabhochsprung zu schaffen. Großes Kompliment zu seinen klaren Worten im Moment seiner größten Enttäuschung. Norman ist ein Zehnkämpfer, der nicht aufgibt und den ,Becher der Bitternis' bis zum letzten Tropfen trinkt".

Auch Paul Meier spendete Trost: "Norman hat am ersten Tag ein tolles Ding hingelegt. Aber vielleicht hat ihn das mehr Kraft gekostet, als er zugeben wollte. Eine WM bei den Senioren ist schon von einem anderen Kaliber als ein internationaler Wettkampf bei den Junioren. Aber ob Norman oder André: Man sieht, dass unsere Zehnkämpfer über ein technisch hohes Niveau verfügen. Ich bin mir deshalb eigentlich sicher, dass wir über Verbesserungen in der Schnellkraft ein neues Leistungspotenzial erschließen können."

Nach kurzer Nacht schien André Niklaus zum Auftakt des zweiten Tages gerade die Spritzigkeit ein wenig zu fehlen. Doch 14,51 Sekunden über 110 m Hürden ließ er 44,48 m im Diskuswerfen folgen, bevor er mit 5,30 m im Stabhochsprung zeigte, über welche Klasse er verfügt. Den Weg zum neuen "Hausrekord" ebneten dann die neue persönliche Bestleistung von 63,28 m im Speerwerfen und 4:32,50 Minuten über 1500 m. "Andrés und Rainers strategisches Ziel war von vorn herein auf die Verbesserung der eigenen persönlichen Bestleistung angelegt, um näher an die eines Tages möglichen Medaillenplätze zu rücken. Wegen der auftretenden Adduktorenprobleme nach Götzis fehlte leider der letzte Feinschliff. Rainer und André müssen analysieren, warum es im Sprint und Lauf nicht weiter voran geht. Trotzdem zählte dieser Wettkampf zu seinen bisher stärksten Auftritten. André ist ein Alleskönner und Perfektionist", meinte Claus Marek und fügte hinzu: "Gar nicht auszudenken was passiert, wenn André eine optimale Vorbereitung schafft, wenn sich zu seinem technischen Können und zu seiner intelligenten Wettkampfführung Sprint und Sprungkraft zurückmelden."

Arthur Abele kämpfte sich unterdessen nach einem durchwachsenen ersten Tag zurück. "Die Art und Weise wie Arthur trotz einiger Schwächen mit Bestleistungen am 2. Tag konterte, zeigt, aus welchem Holz der Mann geschnitzt ist. Arthur kann sich unglaublich motivieren und kann durch seinen Willen an Grenzbereiche seiner körperlichen Leistungsfähigkeit gehen", sagte Marek. 13,92 Sekunden über die Hürden, 41,28 m mit dem Diskus und 4,70 m im Stabhochsprung bedeuteten gleich dreimal persönliche Bestleistung. 65,24 m im Speerwerfen und 4:21,69 über 1500 m sorgten am Ende für einen perfekten zweiten Tag.