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Deutsche Zehnkämpfer gewinnen Thorpe Cup-"Krimi"

08. August 2010

Das siegreiche Thorpe Cup 2010-Team mit Physio Patrick Pfingsten und den Coaches Georg Zirner und Claus Marek (Foto: Kenny Beele)
Das siegreiche Thorpe Cup 2010-Team mit Physio Patrick Pfingsten und den Coaches Georg Zirner und Claus Marek (Foto: Kenny Beele)

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur letzten Disziplin haben die Mehrkämpfer des deutschen Zehnkampf-TEAMs im traditionellen Ländervergleichskampf gegen die US-Boys erstmals seit neun Jahren den Thorpe Cup wieder nach Deutschland geholt. Vor insgesamt weit über 1000 Zuschauern an zwei Tagen im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion konnte die leistungsstarke "zweite Reihe" bei der 17. Auflage mit 38.286 Punkten den insgesamt vierten Sieg feiern und verwies die Amerikaner mit dem hauchdünnen Vorsprung von 13 Zählern auf Rang zwei.

Einziger Zehnkämpfer mit einem Resultat über 8000 Punkte war der Amerikaner Joe Detmer, der sich auch dank starker 47,24 Sekunden über 400 Meter und 4,91 Meter mit dem Stab den Einzelsieg mit der persönlichen Bestleistung von 8090 Punkten vor seinem Teamkameraden Chris Helwick (7799) sowie Rico Freimuth sicherte. Der Bernhausen-Sieger war mit 7789 Zählern entsprechend bester Teilnehmer unter den fünf für die Mannschaftswertung zählenden deutschen Mehrkämpfern. Knapp dahinter folgte Ex-Junioren-Europameister Matthias Prey (7784), der ebenso wie Freimuth nur knapp von seinem "Hausrekord" entfernt blieb. "Diesen Verlauf habe ich erwartet. Es war klar, dass wahrscheinlich erst kurz vor dem Ende eine Entscheidung fällt. Dass es aber so eng wird und wir die Nase vor haben werden, konnte ich nur hoffen. Nach einer längeren Durststrecke ohne Erfolg freuen wir uns sehr, den Thorpe Cup wieder nach Deutschland geholt zu haben. Es war gerade im abschließenden 1500-m-Lauf ein leidenschaftlicher Kampf, der belohnt worden ist", meinte Claus Marek, Teammanager Zehnkampf im Deutschen Leichtathletik-Verband. Letztmals hatte ein deutsches Zehnkampf-TEAM 2001 in Bernhausen den Wettstreit gewonnen. 

Die deutschen Mehrkampf-Asse hatten gegenüber den letzten Ländervergleichen gegen die USA gleich zu Beginn mit guten Sprintleistungen aufgewartet. Drei deutsche Athleten konnten dabei unter elf Sekunden bleiben: Rico Freimuth (10,89), Simon Hechler mit der gleiche Zeit sowie Nils Büker (10,91). Schnellster Sprinter war allerdings der Amerikaner Miller Moss in 10,88. Im Weitsprung und im Kugelstoßen stellte dann das deutsche Team in Patrick Spinner (7,53 m) und Matthias Prey (14,61 m) die Disziplinsieger und konnte sich in der Teamwertung mit über 300 Punkten Vorsprung etwas absetzen. Mit sehr guten 400-Meter-Zeiten drehten die Amerikaner am Ende des ersten Tages den Spieß aber noch um.

Bei leicht aufkommenden Winden ließ sich die deutsche Sieben am zweiten Tag allerdings nicht abschütteln, übernahm nach dem Diskuswerfen sogar wieder die Führung, verlor diese aber nach dem Stabhochsprung wieder an die Gäste, bevor der 1500-m-Lauf die Entscheidung brachte. In der Einzelwertung konnte sich Joe Detmer erst nach dem Stabhochsprung entscheidend von Rico Freimuth absetzen, der trotz Mehrkampf-Bestleistung von 4,51 Meter deutlich an Boden verlor. Der nach dem ersten Tag noch auf Kurs Bestleistung liegende Wattenscheider Nils Büker verschenkte mit 4,11 Meter im Stabhochsprung eine bessere Punktzahl. Als Fünfter verbuchte Simon Hechler mit 7624 Punkten ebenso eine neue Bestleistung wie der siebtplatzierte Patrick Spinner (7589) und Lars Heinke (7482), der Nils Büker damit noch aus der Team-Wertung verdrängte.

Niklaus und schrader testen die Form
Ex-Hallen-Weltmeister Andre Niklaus und Michael Schrader, 2009 Sieger in Götzis, nutzten den Thorpe Cup, um nach langwierigen Verletzungsproblemen weiter bzw. wieder Wettkampfluft zu schnuppern. Nachdem sich Andre Niklaus im Verlaufe des Jahres bereits in einigen Wurfdisziplinen getestet hatte, absolvierte er quasi einen halben Zehnkampf. Im Kugelstoßen kam er auf 13,16 Meter, sprang 1,91 Meter hoch, schleuderte den Diskus am zweiten Tag auf 44,72 Meter, musste sich aber nach Schuhproblemen mit 4,31 Meter im Stabhochsprung begnügen. Der Olympia-Zehnte Michael Schrader war froh, im Hochsprung die 1,91 Meter gemeistert zu haben: "Ich wollte einfach wieder einmal dabei sein. Es ist mir in den letzten Wochen total schwer gefallen, die Füße ruhig zu halten. Das war heute ein erster Schritt zurück," meinte der Schützling von Ex-Weltmeister Torsten Voss. Sowohl Schrader als auch Niklaus planen bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Potsdam die Teilnahme am Zehnkampf.

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