Marek: "Wenn die Pferde laufen, laufen sie."
27. Mai 2009

Norman Müller will in Götzis wieder große Sprünge machen (Foto und Copyright: IRIS).
"Als fest stand, dass die WM im eigenen Land stattfindet, habe ich mir diese Titelkämpfe als ganz großes Ziel in meiner Karriere gesetzt. Ich werde in Götzis volle Pulle geben und gehe dabei mit der Gewissheit an den Start, dass ich erstmals seit vier, fünf Jahren richtig gut durchtrainiert habe", sagt Norman Müller, der im letzten Jahr als Sieger in der Einzelwertung des Thorpe Cups – dem Vergleichskampf der deutschen Mehrkämpfer mit den US-Athleten – ein Ausrufezeichen setzte. Und auch der Olympia-Zehnte Michael Schrader ist von seinen Qualitäten überzeugt, setzte sich aber auch angesichts eines Ermüdungsbruchs im Winter nicht unter Druck: "Ich weiß, was ich drauf habe. Ich werde in Götzis voll durchziehen. Die WM ist natürlich eine Super-Nummer, aber wenn es nicht klappen sollte, würde die Welt auch nicht untergehen. Ich bin noch jung und habe mir vorgenommen, in den nächsten Jahren noch einige Punkte draufzulegen", sagt der Schützling von Ex-Weltmeister Torsten Voss.
Und zu Pascal Behrenbruch, der verletzungsfrei durch den Winter gekommen ist, sagt Claus Marek, Teamleiter Zehnkampf im Deutschen Leichtathletik-Verband: "Er hat die letzten Tests mit Bravour bestanden. Sein Potenzial ist bekannt. Bei ihm muss natürlich die Anlaufgenauigkeit bei den Sprüngen passen. Ist das der Fall, kann es bei ihm durchaus in den Bereich von 8300 Punkten und mehr gehen." Als Vierter im Bunde reist Jacob Minah, Studenten-Weltmeister von 2007, zum Mehrkampf-Mekka. "Er mag von der Rangliste her zwar intern am Ende stehen, aber bei seinen Sprintfähigkeiten kann sehr schnell einmal der Knoten platzen. Deshalb sollte er auf keinen Fall unterschätzt werden", so Marek. Der Olympiateilnehmer von 1976 sieht das Quartett im Rennen um die WM-Tickets dabei in einem gewissen psychologischen Vorteil: "Einschließlich des Saisonhöhepunktes mit der WM in Berlin hast du als Top-Zehnkämpfer drei große Dinger im Jahr. Sollten in Götzis die Pferde laufen, dann laufen sie. Andererseits hast du aber nicht diesen großen Druck, weil drei Wochen später in Ratingen die nächste Möglichkeit ist, um auf den WM-Zug aufzuspringen. Wenn man allerdings in Götzis den Sack schon halbwegs zumachen kann, ist das doch für jeden Athleten eine tolle Sache." Verletzungsbedingt müssen jedenfalls André Niklaus und Arthur Abele erst einmal mit der Zuschauerrolle Vorlieb nehmen.
Norman Müller, in diesem Jahr teilweise von seiner Ausbildung bei der Bundespolizei freigestellt, freut sich bereits auf das "Doppelpack" innerhalb von drei Wochen: "Natürlich wird ein gutes Ergebnis in Götzis beruhigend wirken, aber in Ratingen noch einmal Gas zu geben ist für mich einfach Pflicht, zumal wir uns hier bei einer Top-Veranstaltung vor deutschen Zuschauern präsentieren können." Wer international in diesem Jahr die große Rolle spielen wird, ist auch für die Athleten noch nicht ganz klar: "Bei den Kubanern oder den Amis weiß man nie so recht, in welcher Verfassung sie sind. Gerechnet werden muss natürlich auf jeden Fall mit Krawtschenko. Ob Roman Sebrle noch einmal vorne richtig mitmischen kann, ist fraglich", so Müller.














