Behrenbruch bester Deutscher, Kasjanow führt
19. August 2009
"Es hat so der richtige Ausreißer nach oben gefehlt. Die Jungs haben hier gut gefightet und haben gezeigt, dass sie top vorbereitet sind. Aber in einigen Disziplinen wollten sie es mit Gewalt schaffen", sagte Claus Marek, Teammanager Zehnkampf im Deutschen Leichtathletik-Verband, der verfolgte, wie sich an der Spitze der erwartete Medaillenkampf zwischen dem vorerst führenden Ukrainer Oleksej Kasjanow (4555), dem Kubaner Yunior Diaz (4512) und dem Amerikaner Trey Hardee (4511) anbahnte. Tschechiens Weltrekordler Roman Sebrle hatte sich nicht nur im Hochsprung mit 2,09 Meter in guter Verfassung präsentiert, musste aber im 400-m-Lauf – keine 30 Minuten nach dem Hochsprung – mit 50,42 Sekunden Vorlieb nehmen und fiel im Kampf um die Medaillen zurück.
Bei sommerlichen, aber angenehmen Temperaturen wirkte das deutsche Trio um 10.00 Uhr morgens zwar nicht verschlafen, "nach den schnellen Zeiten auf dieser Bahn an den Vortagen" hatte Marek allerdings mehr als die 10,92 Sekunden von Pascal Behrenbruch und die 11,01 Sekunden von Norman Müller erwartet. Cleve wusste dagegen in 11,06 Sekunden zu überzeugen, nachdem seine 10,75 Sekunden beim ersten Achttausender seiner Karriere im Mai im texanischen Lubbock von über 3 m/s Rückenwind begleitet worden waren. Auch im Weitsprung gab es keine "Fehl-Landungen", obwohl vor allen Dingen Norman Müller nach seinen 7,35 Meter mit dem Kopf schüttelte, da er bei der Landung den linken Fuß hängen ließ. Die Umstellung auf den anderen Fuß sorgte beim EM-Fünften Pascal Behrenbruch zumindest dafür, dass er mit 7,09 Meter zwei Zentimeter weiter sprang als bei seinem bislang besten Zehnkampf in Götzis (8374). Cleve freute sich unterdessen über seine Bestleistung von 7,27 Meter.
"Jetzt muss es über Kampf zum Spiel gehen", meinte Marek und erhoffte sich dabei eine gewisse Lockerheit bei "seinen" Athleten. 15,77 Metr für Behrenbruch und 14,93 Meter von Müller waren gut, aber nicht der erhoffte Ausreißer nach oben. Erst im Hochsprung keimten erste Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd auf. Während Norman Müller mit 1,99 Meter nur drei Zentimeter weniger verbuchte als in Götzis, brachte Pascal Behrenbruch das Kunststück fertig, 14 Zentimeter höher zu springen als bei seinem dritten Platz in Österreich. "Es scheint zu rollen. Jetzt ist endgültig die Lockerheit vorhanden, die die Jungs brauchen, um angreifen zu können. Am Anfang wollten sie das Publikum einbinden und haben etwas verkrampft. Ich habe ihnen gesagt: das Publikum kommt von selbst, besinnt euch mehr auf euch", so Marek. Behrenbruch lag nach dem Hochsprung dabei auf Kurs 8450 Zähler und durfte sich als Zweiter des dritten 400-m-Laufs hinter Müller (48,20 Sekunden) über die Saisonbestleistung von 48,72 Sekunden freuen. "Wenn Pascal die Klippen Stabhochsprung und Diskuswerfen gut meistert, kann es auf 8500 Punkte gehen, bei Norman sind die Chancen auf 8300 noch nicht ganz vergeben", meinte Marek nach einem langen ersten Tag und ergänzte: "Wir hoffen natürlich auf zwei Top Ten-Platzierungen."














