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Behrenbruch: "Es kann über 8400 hinausgehen!

17. August 2009

Will die Sprünge in den Griff bekommen: Pascal Behrenbruch (Foto: Kenny Beele)
Will die Sprünge in den Griff bekommen: Pascal Behrenbruch (Foto: Kenny Beele)

Kurz vor dem Auftakt ist plötzlich alles anders: In Götzis trotz neuer Bestleistung noch im Schatten von Überraschungssieger Michael Schrader, sehen einige Experten Pascal Behrenbruch bei der WM auf der Sonnenseite.

„Es ehrt mich, dass man mir sogar eine Medaille zutraut. Aber dann muss alles wirklich optimal laufen, zumal sechs bis sieben Konkurrenten  eine Chance haben, ganz weit vorne zu landen“, sagt die aktuelle Nummer sechs der Weltbestenliste 2009, die in der Bundeshauptstadt vor allen Dingen auf eine „sprunghafte“ Verbesserung hofft. Claus Marek, Teammanager Zehnkampf im DLV, glaubt dabei fest daran, dass Pasacl Behrenbruch mit dem plötzlich von außen aufgebauten Druck umgehen kann. „Sicherlich bekommt  er mit, was so über ihn geschrieben wird. Wenn er auch manchmal ein paar Flausen im Kopf hat: In diesem Fall ist er realistisch genug, um seine Chancen richtig einzuschätzen.“

Weitsprung und Hochsprung werden in Berlin sicher zu Behrenbruchs Schlüsseldisziplinen. „Wenn ich mich hier in den Griff kriege, kann es auf jeden Fall über 8400 Punkte hinausgehen. Und wenn das Publikum so mitgeht wie in den letzten Tagen, kann das nur noch mehr pushen“, sagt das „ewige Mehrkampftalent“, das in den letzten Wochen intensiv daran gearbeitet hat, den „inneren Schweinehund zu besiegen, der mir in der Vergangenheit schon des Öfteren im Wege gestanden hat.“

Auf dem Weg zum vielleicht größten Coup in seiner bisherigen Karriere ließ der Schützling von Trainer Jürgen Sammert („Langsam, aber sicher beginnt ein neuer Lernprozess“) nichts unversucht und wechselte beispielsweise im Weitsprung den Sprungfuß. „Ich fühle mich wohl dabei und hoffe, dass sich das Ganze auch in der Weite niederschlägt“, so Behrenbruch. Der frühere „Knackpunkt“ Stabhochsprung ist zum Glück keiner mehr. Im Gegenteil: „Hier ist der Knoten vor ein paar Monaten geplatzt. Ich freue mich mittlerweile sogar auf den Stabhochsprung.“

Sollte sich Pascal Behrenbruch in Berlin unter den besten Achten der Welt etablieren, hätte der bekennende „Fast Food-Fan“ eine weitere erfolgreiche Etappe in seiner Karriere zurückgelegt. Nach der deutschen B-Jugend-Bestleistung von 7706 Punkten 2002 ("Ich war damals ein absoluter Chaot, sonst hätte ich auch mehr Punkte machen können“), ging es für den Liebhaber schneller Autos zügig nach oben. 2005 war er mit 7842 Zählern zwar noch ein kleines Stück vom begehrten 8000er-Gipfel entfernt. Ein Jahr später legte er aber bereits 367 Punkte zu und katapultierte sich als Fünfter der EM in Göteborg (8209) gleich unter die besten Zehnkämpfer Europas. 2007 reichten dagegen 8199 Zähler nicht aus, um sich für die WM in Osaka zu qualifizieren, 2008 war dann die neue Bestleistung von 8242 Zählern zu wenig, um den DLV bei Olympia in Peking zu vertreten. Die in diesem Jahr in Götzis erreichten 8374 Punkte konnte dann nur Michael Schrader toppen.

Dass er seit fast 15 Jahren in der Leichtathletik mitmischt, hat er übrigens seinen damals dünnen Beinen zu verdanken: „Fußball war für meinen Vater nie ein Thema“, sagt Behrenbruch. Sein Vater war ebenfalls aktiver Leichtathlet in Frankfurt, seine Schwester sogar einmal Dritte bei der U18-WM im Rudern ("Die hätten sogar gewinnen können, wenn nicht eine weit vor dem Ziel vom Sitz gefallen wäre"). Aufgrund seines noch jungen Wettkampfalters beschleicht ihn hinsichtlich des WM-Starts überhaupt keine Panik. „Im Hinterkopf schwebt natürlich auch London 2012.“ Beruflich ist Behrenbruch zudem durch seinen Job bei der Personlabteilung der Fraport AG abgesichert („Ein Arbeitgeber, der voll hinter mir steht“) und privat hilft ihm seine Freundin, wenn es darum geht, kleinere Krisen zu überwinden.